Frühlingswarnung: Wie Haustiere unbewusst die Tierwelt in ganz Europa schädigen
Mit dem Frühlingserwachen und dem neuen Leben in Europas Landschaften beginnt für die Tierwelt eine kritische und fragile Phase. In Parks, Wäldern und Feldern starten zahlreiche Arten das Nestbauen und die Aufzucht ihres Nachwuchses – sie benötigen ruhige, ungestörte Orte zum Überleben.
Doch Experten in Europa, Großbritannien und den USA warnen, dass Haustiere – insbesondere unbeaufsichtigte Katzen und Hunde ohne Leine – während dieser entscheidenden Jahreszeit die verletzliche Tierwelt erheblich gefährden.
Haustiere als Frühlingsgefahr
In den USA verzeichnet das Wildlife Center of Virginia im Frühling einen deutlichen Anstieg verletzter Wildtiere – viele von ihnen wurden durch Haustiere zu Schaden gekommen. Babyvögel, Kaninchen und Eichhörnchen sind oft Opfer von Katzen, die unbeaufsichtigt nach draußen gelassen werden.
Laut Connor Gillespie, dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Zentrums, können bereits kleine Verletzungen durch den Biss einer Katze zu tödlichen Infektionen führen. Die meisten dieser Tiere überleben selbst bei sofortiger Behandlung nicht. Gillespie empfiehlt, Katzen im Haus zu halten – das schützt nicht nur die Tierwelt, sondern verringert auch das Risiko für die Katzen selbst.
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Auch in Großbritannien nehmen ähnliche Bedenken zu. In Wales appellieren Natural Resources Wales und RSPB Cymru an Hundebesitzer, ihre Hunde während der Brutzeit von März bis August an der Leine zu führen. Bodenbrüter wie Feldlerchen, Kiebitze und Brachvögel bauen ihre Nester häufig in offenen Gebieten wie Heideflächen, Dünen oder Wiesen.
Diese Nester sind nahezu unsichtbar und können leicht durch frei laufende Hunde gestört werden. Wird ein Nest einmal gestört, verlassen die erwachsenen Vögel es möglicherweise, sodass Eier oder Küken schutzlos der Kälte, Raubtieren oder dem Verhungern ausgeliefert sind.
Mit dem Frühling werden viele von euch die ländlichen Gegenden in Wales mit euren Hunden erkunden. Trotzdem ist es wichtig, den Countryside Code zu befolgen und auf die Tierwelt Rücksicht zu nehmen.
Alison Roberts, Freizeitberaterin bei Natural Resources Wales
Vögel schützen durch Verantwortung
Der Rückgang der Bodenbrüter ist dramatisch – seit 1980 gingen in Großbritannien und der EU Hunderte Millionen brütender Vögel verloren. In vielen Regionen, auch in Teilen Deutschlands, ist es gesetzlich vorgeschrieben, Hunde im Frühling an der Leine zu führen.
Die Behörden fordern Hundebesitzer auf, ausgewiesene Wege zu nutzen, ihre Tiere stets unter Kontrolle zu behalten und nach ihnen aufzuräumen, um natürliche Lebensräume zu erhalten und die Tierwelt zu schützen.