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Wildtierkorridore fördern die Bewegungsfreiheit von Tieren in Deutschland

Wildtierkorridore fördern die Bewegungsfreiheit von Tieren in Deutschland

In ländlichen wie städtischen Gebieten Deutschlands bedroht die zunehmende Zerschneidung von Lebensräumen immer stärker die Artenvielfalt und erschwert wirksamen Tierschutz. Straßen, Bahntrassen und wachsende Siedlungen teilen vormals zusammenhängende Ökosysteme. Wildtierkorridore – eigens angelegte Durchgänge, die solche Gebiete wieder miteinander verbinden – entwickeln sich deshalb zu einer wichtigen Infrastruktur, um die Bewegungsfreiheit von Tieren zu sichern und das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.

Wie Korridore Wildtiere unterstützen

Wildtierkorridore helfen Tieren, zwischen saisonalen Lebensräumen zu wandern, wichtige Ressourcen wie Nahrung und Wasser zu erreichen und eine gesunde genetische Vielfalt zu bewahren. Praktische Beispiele aus Deutschland wie die Grünbrücken über die A9 bei Nürnberg zeigen, wie gezielte Infrastrukturprojekte tödliche Wildunfälle auf Straßen deutlich verringern und gleichzeitig für Rehe, Wildschweine und kleinere Säugetiere wichtige Verbindungen erhalten können.

Wissenschaftliche Studien belegen solche Maßnahmen: Ein Factsheet aus dem Jahr 2026 von The Pew Charitable Trusts zeigt, dass Wildtierübergänge in Verbindung mit geeigneten Zäunen Wildunfälle um mehr als 90 % reduzieren können – was sowohl den Tierschutz als auch die Verkehrssicherheit deutlich verbessert.
Fehlen diese Verbindungen, sind Tierpopulationen oft isoliert, was das Risiko von Inzucht und langfristigem Rückgang erhöht. Umfangreiche ökologische Forschungen bestätigen außerdem, dass Korridore den genetischen Austausch zwischen Populationen fördern – so können sich Arten besser an Umweltveränderungen anpassen.

Gemeinsames Engagement und politische Unterstützung

Das Bundesamt für Naturschutz und regionale Akteure bringen bundesweit Pläne auf den Weg, um den Naturschutz bei Infrastrukturprojekten stärker zu berücksichtigen. Geplante Grünbrücken im Harz etwa sollen Luchsen und anderen empfindlichen Arten helfen und dabei Verkehrsinteressen mit ökologischen Zielen in Einklang bringen.

Mit Blick auf erfolgreiche internationale Beispiele wie das US-amerikanische „Wildlife Crossing Pilot Program“ können Planer*innen hierzulande bewährte Methoden übernehmen, die auf technischer Kompetenz, innovativem Design und gezielter Finanzierung basieren. Diese fachübergreifenden Ansätze zeigen, dass gezielte Lebensraumvernetzung nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht notwendig, sondern auch ein praktikabler Weg zu erfolgreichem Naturschutz auf Dauer ist.
Wenn ihr in Deutschland Wildtierkorridore in den Fokus rückt, schützt ihr die Artenvielfalt, verringert Konflikte zwischen Mensch und Tier und steht für nachhaltigen Umgang mit Naturflächen ein.